Doppelhelix
Quelle: Gerd Altmann Pixabay

So geht Crispr – Nein, es geht nicht um ein Keksrezept

EuGENik statt Evolution durch CRISPR. Auf in den fröhlichen Transhumanismus!

Marion Koffend, 10.3.2021

Im TerraX Lesch & Co Beitrag von 2017 erklärt uns die mittlerweile für unzählige Unsinnsbehauptungen bekannt gewordene Influenzerin Mai Tai Nguyen-Kim: Stellt Euch das vor, mit einer Dose Mückenspray die gesamte Mückenpopulation auszurotten. Das ist möglich mit Genantrieb. Dabei zeigt sie auf eine verschwommen dargestellte Sprühdose gegen Mücken. Diese Flasche, so sagt sie, gibt es zwar nicht, aber genau daran arbeiten die Forscher jetzt in diesem Moment. (1)

Zudem meint sie, dass 1000 Kinder am Tag an Malaria sterben, die durch Stechmücken übertragen wird! (1) Der Zuschauer soll wohl nun den Schluss ziehen: Da kann man ja nur den Täter, die Stechmücke, ausrotten. Gute Idee, weil es ja sonst kein Mittel gegen Malaria gäbe, wie zum Beispiel MMS/CDL. Das wird allerdings in den Medien und von Gerichten endlos angegriffen. Bis heute kam es zum Beispiel bei dem diesbezüglich forschenden Andreas Kalcker zu keiner Strafe oder Verurteilung. Dennoch berichtet die Presse weiter aufs Übelste. Und was mit der Nahrungskette passiert, wenn man alle Mücken ausrottet, scheint auch nicht relevant. Die Vögel und Eidechsen werden dann eben künstlich ernährt. Oder man könnte sie ja auch gleich so genetisch manipulieren, dass sie sich nur noch von Luft ernähren. Solche von Mai Tai Nguyen-Kim vorgetragenen Gedanken sind offensichtlich komplett unausgegorener Unsinn.

2018. Die französische Forscherin Prof. Emmanuelle Charpentier vom Max-Plank-Institut für Infektionsbiologie in Berlin hat eine für die Wissenschaft fantastische Entdeckung gemacht. Dafür bekam sie 2020 den Chemie-Nobelpreis. Durch Ihre Beobachtung wie Bakterien sich gegen Angriffe von Viren wehren, fand sie heraus, wie man „im Prinzip“ jede Zelle/jedes Genom umschreiben kann. Genschere nennt sich dieses Verfahren. Damit können Gene nach Belieben ausgeschaltet oder sogar komplett ausgetauscht werden. (2)

Das System sei sehr leicht zu programmieren. Es sei besonders effizient und vielseitig, so dass wir das Genom auf vielfältige Art verändern können. Obwohl die Methode erst seit ein paar Jahre bekannt ist, bestimmt sie längst den Alltag in den Laboren, so der Kommentator in der WDR Sendung Quarks und Co. (2)

Zuerst die Pflanze dann…

Viele Botaniker arbeiten mit der neuen Genschere. Sie wollen Pflanzen so verändern, dass sie mehr Menschen ernähren können, heißt es. Es geht darum den Hunger zu besiegen. (2) Das ist natürlich klar, denn es gibt ja keine wirkliche Ursache, die man stattdessen „ausschalten“ könnte, wie beispielsweise die menschenverachtenden Praktiken der Finanzindustrie (Wetten auf Lebensmittelpreise) oder die der Agrarindustrie (tonnenweise Vernichtung von Lebensmittel, um den Preis stabil zu halten).

Humanität?

Prof. Holger Puchta vom Karlsruher Institut für Technologie sagt: „Ich denke, dass es für die Entwicklungsländer sehr viel einfacher wird Hungersnöte zu vermeiden, weil man eben Pflanzen bekommt, die salzresistent, trockenheitsresistent sind und somit die Ernten wesentlich verbessern kann.“ (2) Wieder taucht das Mem „Entwicklungsland“ im Zusammenhang mit zwiespältiger Forschung auf. Was schon in seiner reinen Wortbedeutung eine Lüge, sowie eine Beleidigung für die verunglimpften Menschen dieser Länder bedeutet. Hat doch der reiche Westen in den letzten 200 Jahren ausgiebig dafür gesorgt, dass es erst so weit kommen konnte. Lesen sie dazu den „Kissinger Report“.

Crispr zeichnet sich aus als eine Technologie zu sehr niedrigen Preisen. Früher hat das Verfahren eine Genschere herzustellen ca. ein halbes Jahr gedauert und kostete 25.000 Euro. Heute dauert es wenige Tage und kostet ca. 100 Euro. Dazu Puchta: „Das ist ein ganz entscheidender Unterschied und vorallem, es funktioniert auch noch besser.“

Für Biologen ist das ein sehr mächtiges Werkzeug. Es ist wie ein Schweizer Messer, so die Forscherin Prof. Emmanuelle Charpentier vom Max-Plank-Institut für Infektionsbiologie Berlin. (2) Nun, im Umkehrschluss ist diese Macht das Leid der Ohn-Mächtigen.

…dann der Mensch

Die Werkzeuge sind so gut, dass die Wissenschaftler jetzt auch den Schritt wagen damit zum Patienten zu gehen und ihm neue Therapien anbieten können, die in 5 oder 10 Jahren auch wirklich helfen könnten, so Toni Katomen vom Freiburger Uniklinikum (2018). Auch in seinem Institut ist fast das komplette Team mit dem Thema Genschere beschäftigt. Es geht um Gentherapie. (2) Es ist sozusagen rentabel geworden Gene zu manipulieren. Wie konnte es soweit kommen, wo doch fast alle Menschen das nicht wollen?

Die Gentherapie hatte bisher kein Werkzeug um DNA präzise zu verändern. Und genau das kann „Crispr Cas 9“. Durch diese Technologie kann die richtige Technologie zu den richtigen Zellen und Genen vordringen, wo sie wirken und heilen kann. (2) (Stand 2018)

Für die Wissenschaft ist sozusagen tatsächlich ein Traum wahr geworden. Sie hat jetzt das erste Mal die Möglichkeit das menschliche Erbgut gezielt zu verändern. Und entsprechend gibt es unendlich viele Möglichkeiten des Einsatzes. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Neue Therapien könnten entwickelt werden für Menschen mit Immunschwäche und für HIV-Patienten. (2)

Schwere Krankheiten heilen, den Hunger besiegen, die Crispr-Forscher haben sich einiges vorgenommen. (2) Und die Geldgeber? Was haben die sich vorgenommen? Vielleicht den Menschen nach eigenem Gutdünken zu formen? Vielleicht die Schnittstelle, der von einige Megareichen geforderten Vernetzung von Mensch und Maschine, zu verbessern?

Und so heißt es weiter: Die Forscher glauben, dass wir eine zweite grüne Revolution erleben. Es gab ja schon mal eine, durch die klassische Pflanzenzüchtung und man hat da die Erträge weltweit deutlich steigern können. (2) Doch zur Überwindung von Armut und Hunger führte es nicht.


So geht CRISPR-CAS-9


Doch nicht perfekt?!

Die Crispermethode ist nun aber nicht perfekt, denn es kann nicht garantiert werden, ob Crispr nicht doch in einer von den Millionen Zellen in denen es arbeitet, an einer falschen Stelle schneidet. (3)

Chrspr macht Fehler:

Fehler eins: Off Target – schneidet Crisper die falsche Stelle in der DNA raus, könnte es im schlimmsten Fall Krebs auslösen.

Fehler zwei: On Target – selbst wenn die richtige Stelle von Crispr gefunden wird, passiert es, dass es auch im benachbarten Teil der DNA stellen heraus geschnitten werden, was nicht vorgesehen war. Solche On-Target Fehler sind recht häufig – sie kommen bei rund einem Drittel aller Crisper-Operationen vor. Es kommt dann dazu, dass die Zelle einfach aufhört, das zu tun was ihre Aufgabe ist oder sie sogar zu einer Krebszelle mutiert.

Fehler drei: Das Sanitär-Molekül – selbst wenn Crispr alles richtig macht, kann es in der Zelle Probleme geben. Verantwortlich dafür ist das Molekül P53, der sogenannte Sanitäter der Zelle. P53 sucht in der Zelle nach Fehlern, findet es einen schlägt es Alarm, denn Fehler können Krebs auslösen. P53 verhindert die Vermehrung kranker Zellen und verhindert Krebs. Crispr und P53 vertragen sich nicht. Crispr funktioniert dort gut, wo es keinen Krebsschutz durch P53 in der Zelle gibt. Das heißt: es könnte sein das Crispr-Therapien Krebs fördern.

Crispr ist schnell, bestechend günstig, aber nur unzureichend präzise. Sie könnte zwar Menschen mit Erbkrankheiten helfen, aber auch neue Krankheiten hervorrufen. Forscher arbeiten an der Verbesserung von Crispr. Bekommen sie die Schwachstellen in den Griff, dann könnte die Menschheit bald ihre DNA perfektionieren (3)

– der perfekte Mensch!

Eine Welt ohne Krankheiten sei möglich, so die Behauptung der Wissenschaft. Dass Krankheit aber das Wesen der Menschen voranbringt, wird weder wahrgenommen, noch in Betracht gezogen. Eine überstandene Krankheit ist ein Sieg des Lebens, und letztlich ein Sieg über Verfall und Tod, also quasi ein Sieg über den Tod. Diese Auseinandersetzung würde uns geistig wie körperlich für immer genommen. Wollen wir das?

Perfekt sein in einer Welt, die perfekt ist. Alles scheint heute darauf ausgerichtet die Schöpfung Mensch als fehlerhaft anzusehen. Diese Voraussetzung ist die Basis einer solchen Wissenschaft. Aber was, wenn das vielleicht schon der falsche Ansatz ist? Vielleicht braucht der Mensch für seine Wesensentwicklung diese todesnahen Erfahrungen und den Sieg darüber? Auf jeden Fall braucht er keine künstlich geschaffene Welt, die ihn nicht herausfordert und an der er nicht wachsen kann.

Und so, wie heute die Machtverhältnisse sind kann man auch nicht davon ausgehen, dass wirklich nur Erbkrankheiten mit dieser neuen Technologie behandelt werden. Wer die Vorstellungen von Megareichen, sowie mächtigen Menschen in den letzten 5 Jahren verfolgt hat, wird sich vor diesem Hintergrund eher darüber gruseln als freuen, was Crispr Cas9 so alles kann oder können wird.

In einer Welt, in der Tod und Krankheit als das Schlimmste, was einem widerfahren kann, angesehen wird, kommt man auch nicht dahin, dass Tod und Krankheit wichtige bewusstseinsbildende Etappen im Leben selbst sind. Etappen zwischen Leben, Krankheit, Tod und eben wieder Leben.

Die Technokratie hat das Denken heute fast vollständig erobert. Das ist u.a. die Folge dessen, dass schon 869/70 im VIII. Ökumenischen Konzil von Konstantinopel vom Vatikan der Geist des Menschen "abgeschafft" wurde. Hält diese Entwicklung an, wird es wahrscheinlich in naher Zukunft dahin kommen, dass auch noch die Seele abgeschafft wird. Ist es doch die Seele, die letztlich Einspruch erheben wird. Sie wird „sagen“: Wie kann ich das Phänomen Angst in den Griff bekommen, wenn ich aller dazu vorhandenen Werkzeuge beraubt werde? Ich werde dann keine Möglichkeit haben die Angst zu überwinden. Werden wir in Zukunft nur noch ängstliche Menschen auf Erden treffen? Nun, gemessen am momentanen Vorgehen der Regierungen mit Corona, wäre das natürlich ein Ass im Ärmel der zukünftigen Weltarchitekten.

Fazit

• Der Mensch ist kein verbesserungswürdiges Wesen.

• Der Tod ist nicht das Ende vom Leben, sondern lediglich eine Pforte in ein anderes.

•Krankheit und die damit verbundene Angst hilft uns auf relativ moderate Art mit unserer Angst fertig zu werden und unsere Wahrnehmung zu schulen und zu verbessern

Und genau solche Menschen brauchen wir jetzt und in Zukunft, wenn wir eine Welt wollen, die in Frieden und Umsicht miteinander Bestand haben soll.

Quellen: